„Zwischen Schuhe binden und Schlagwürfen“
Handball ist eine vergleichsweise komplexe Sportart mit umfangreichem Regelwerk, die im Schulsportunterricht im Vergleich zu Fußball oder Leichtathletik doch recht stiefmütterlich behandelt wird und wenn überhaupt, dann erst in der Oberstufe auf dem Lehrplan steht.
Wenn nun allerdings der Eindruck entstanden sein sollte, dass Handball spielen mit Grundschülern ein Ding der Unmöglichkeit ist, haben die Mädchen und Jungen der Handball AG der Wilhelm-Busch-Grundschule Göttingen eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen.
Musste man anfänglich zwar vor allem die Jungen davon überzeugen, dass man einen Ball auch werfen und nicht nur schießen kann, haben die Kinder dann doch sehr schnell Freude am Handballspiel gefunden.
Nach ersten Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen mit dem Ball ging es darum, die Grundfertigkeiten des Handballspiels zu erlernen. So folgten Übungseinheiten zum richtigen Prellen, Passen und Werfen. Ziel war es dabei allerdings nicht die Übungen absolut korrekt auszuführen, sondern die Kinder sich ausprobieren zu lassen und Spaß am Spiel zu entwickeln. Auch mit dem komplexen Regelwerk, welches das Vorpreschen und aufs Tor werfen eines einzigen Spielers nahezu unmöglich macht, und dem Handballspiel vielleicht auch gerade deshalb seinen Reiz verleiht, hatten die Zweitklässer kaum Probleme. Mehr noch- es entwickelte sich innerhalb der bunt zusammen gemischten Schülergruppe überraschend schnell ein „Wir-Gefühl“. Die weitaus größten Probleme bereiteten da schon des Öfteren die Turnschuhe, deren „verflixte“ Schnürsenkel sich einfach immer wieder öffneten, sodass sich die Notwendigkeit ergab, auch Übungen zum Schleife binden und Doppelknoten einzuschieben. Aber auch diese Herausforderungen haben die Mädchen und Jungen der Wilhelm-Busch-Grundschule Göttingen mit Bravour gemeistert.
Den Höhepunkt der Handball AG bildete am Ende des Schuljahres ein Abschlussturnier, auf dem sowohl Mannschaften anderer Grundschulen, als auch die Minis des ortsansässigen Handballvereins MTV Geismar ihr Können zeigten und damit ihre Familien und Freunde begeisterten. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Cathrine Schwerdt (Leiterin der Projektgruppe Schule und Sportverein), die das ganze Turnier erst ermöglicht und den Kindern damit viel Freude gebracht hat und darüber hinaus den Übungsleitern während der AG-Phase stets als Ansprechpartnerin bei großen und kleinen Problemen mit Rat und Tat zur Seite stand.
Es wäre wünschenswert, dass auch in Zukunft AGs dieser Art fortgesetzt und gefördert werden würden, da es hierbei nicht nur um das bloße Sport treiben und Sportarten kennen lernen geht, sondern die AG Arbeit auch ein Zugewinn für jedes einzelne Kind bedeutet. So lernen die Kinder schon früh, den richtigen Umgang mit Niederlagen, in einem Team zu agieren und die Integration wird gefördert.
(Judith Twenhoevel, MTV Geismar)
|
|
|
|